2.4. Die Sitzordnungs-Theorie

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Je höher der prozentuale Anteil des Sitzens an einer Festlichkeit ist (s. Kapitel 3.1), desto wichtiger 
ist es, eine geeignete Sitzordnung zu finden. Der Begriff "Sitzordnung" ist dabei in zwei Problemebenen
zu betrachten:
a) Die Anordnung der Tische und Stühle: diese kann
q durch die Räumlichkeiten vorgegeben
q frei wählbar  oder
q begrenzt wählbar sein.

1) Welche generelle Unterscheidung lä
sst sich bei der Anordnung der Tische und Stühle treffen?

a) Die Gäste sitzen alle an einer Tafel. Diese Sitzordnung symbolisiert eine geschlossene Gemeinschaft
aller Gäste. Je nach Anlass des Festes kann sie jedoch auch als "zu steif und zu förmlich" beurteilt 
werden.

b) Die Gäste sind auf Einzeltische verteilt. Diese "lockere und ungezwungene" Sitzordnung kann durch
die räumliche Trennung eine "Cliquenbildung" verursachen. Es besteht außerdem oft das Problem der
"Restplätze-Verteilung", welches sich z.B. in folgender Frage bemerkbar machen könnte: "Wie setzen
wir denn nun unsere zwölf Kegelbrüder und -schwestern an die Zehner-Tische?" Wenn die Grundsatz-
entscheidung "Tafel oder Einzeltische" von Ihnen getroffen wurde, bieten sich je nach den Gegebenheiten
des Raumes verschiedene "Stellmöglichkeiten" an. Mit den folgenden Fragen können Sie prüfen, 
welche Variante Ihnen am meisten zusagt:

Wieviele Gäste haben nur einen Tischnachbarn?
Wieviele Gäste haben keinen Gesprächspartner auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches?
Wie weit sitzen die einzelnen Gäste außeinander?
Wer kann wen aus welcher Perspektive sehen?
Wieviele Gäste haben das Pech, ein Tischbein zwischen den eigenen Beinen begrüßen zu dürfen?

2) Welche Möglichkeiten der Anordnung der Tische und Stühle bieten sich für eine Tafel?

 a) Ein langgestreckter Tisch für alle Gäste
 b) Ein "rechter Winkel"
 c) Die U - Form (oder auch: Kamm mit zwei Zinken)
 d) Die E - Form ( Kamm mit drei Zinken)
 e) Der Kamm mit ____ Zinken
 f)  Die Quadrat- oder Rechteckform ohne Besetzung der Innenplätze

3) Welche Möglichkeiten der Anordnung der Tische und Stühle bieten sich für Einzeltische?

Diese Frage wirft folgende Unterfragen auf:

a) Welche Form haben die Einzeltische?  q
rund   q rechteckig  q quadratisch   q_____________

b) Wie viele Gäste sitzen an welchen Einzeltischen?  ______________________________________

Runde und rechteckige Einzeltische lassen sich je nach Anzahl

q wie die Anordnung der Punkte auf einem Würfel    oder nach

q sonstigen phantasievollen Mustern (Kreise, Schlangenlinien etc.) aufstellen.

Bei rechteckigen Tischen sind folgende Varianten denkbar:

q
sie stehen im rechten Winkel zur Seitenwand   ( q mit   oder  q ohne  Wandkontakt)

q sie verlaufen in einem schrägen Winkel zur Seitenwand ("Fischgrätenmuster")

q die Einzeltische sind durch einen Mittelgang voneinander getrennt

q die Einzeltische stehen nur auf einer Seite des Saals.

4) Wie lassen sich die Gäste zu den Sitzplätzen zuordnen?

a) Die Gäste haben eine freie Auswahl unter allen Plätzen.
b) Für bestimmte Gästegruppen sind bestimmte Bereiche (z.B. ein Einzeltisch oder eine 
Längsreihe bei einer Tafel in E - Form) vorgesehen, innerhalb derer aber eine freie Auswahl erfolgen
soll. Diese Absicht kann durch "Sammeltischkarten" bekanntgegeben werden, auf denen die Namen
der zusammengehörigen Gäste oder deren Bezeichnungen (Nachbarn, Arbeitskollegen etc.) 
eingetragen sind.
c) Jeder Gast erhält einen bestimmten Platz zugewiesen. Die Dame sitzt dabei immer rechts vom
Herrn. Vom Gastgeber aus gesehen erfolgt die Platzvergabe zunächst nach dem 
Verwandtschaftsgrad und danach eigentlich ohne Wertung nach Gästegruppen. 
Bei Hochzeiten erhalten die Trauzeugen einen Platz in der Nähe des Brautpaares.

5) Sitzt die Braut neben ihrem Vater oder neben ihrem Schwiegervater?

Da beide Möglichkeiten etwa gleich häufig gewählt werden und auch ihre bestimmte Bedeutung
haben, sollte diese Frage unter allen Betroffenen besprochen werden. der "Ursprungsgedanke"
im Vordergrund.
b) Die Braut sitzt neben ihrem Schwiegervater, der Bräutigam neben seiner Schwiegermutter. 
Diese Variante symbolisiert, dass die Brauteltern einen Sohn und die Bräutigameltern eine Tochter dazu

6) Soll die Sitzordnung (z.B. nach dem Essen) geändert werden?

In einigen Räumlichkeiten bietet es sich an, vor der Tanzeröffnung die Sitzordnung so zu ändern,
dass eine größere Tanzfläche zur Verfügung steht. So kann es sein, dass an einer Tafel gegessen
wird, und die Gäste in den Tanzpausen an Einzeltischen Platz nehmen. Die Größe, die Form und
die Positionierung der Tanzfläche können entscheidend zum Gelingen des Festes beitragen:
So bietet eine langgestreckte aber schmale Tanzfläche eventuell professionellen Quickstep-Tänzern
Gelegenheit, einen ihrer laufschrittartigen Schnellschrittkombinationen darzubieten, doch ist in diesem
Fall der Abstand zwischen den Gästen sehr groß. Ebenso ungünstig kann es sein, wenn zwischen
der Musik und der Tanzfläche Tische aufgebaut werden. Fragen Sie ruhig auch Ihren Musiker,
mit welcher Sitzordnung und Tanzflächenform er sich "am wohlsten" fühlt.

q a)   Die anfängliche Sitzordnung wird nicht geändert (s. Kapitel 2.5).

q b)   Die anfängliche Sitzordnung wird gemäß Kapitel 2.6 geändert.


Notizen

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