9.7 Auswahl
sonstiger Hochzeitsbräuche
1) Die Brautentführung:
Die Entführung der Braut kann bei einer guten
Vorbereitung ein origineller Abschnitt des Hochzeitstages
sein. Damit die
Stimmung auf der Feier nicht getrübt wird, sollten Sie sich als Braut nur unter
folgenden
Bedingungen entführen lassen:
q
Der Zeitpunkt sollte mit dem Musiker besprochen werden,
damit er sein Programm auf die
Abwesenheit des Hochzeitspaares
einrichten kann.
q
Die Abwesenheitszeit sollte höchstens eine halbe Stunde
dauern.
q
Der Bräutigam braucht einen Fahrer, der ihm rechtzeitig
einen "heißen Tip" gibt und außerdem
genug "Kleingeld",
um seine Braut auszulösen.
q
Es sollten nicht zuviele Gäste mitfahren.
Es ist
vorgekommen, dass die Braut völlig entnervt nach einer Stunde zur Feier zurückgebracht
wurde,
da Ihr Bräutigam sie nicht gefunden hatte. Dieser kam dann total genervt
eine weitere halbe Stunde
später unverrichteter Dinge zurück. Es hat sich auch
schon ein Bräutigam an den Tresen gesetzt
und sich geweigert, seine Braut zu
suchen.
Überlegen Sie daher genau, ob Sie das Risiko einer Brautentführung eingehen möchten
und achten
Sie darauf, dass im Zuge der Gleichberechtigung auch der Bräutigam
schon entführt wurde!
q
Eine Entführung kann stattfinden. q
Eine Entführung soll
unterbleiben.
q
Das "Entführungsverbot" soll offiziell
bekanntgegeben werden.
2) Das "Klingeln" an den Gläsern:
"Klingeln" die Gäste mit ihrem Besteck
gegen die Gläser oder klopfen auf den Tisch, fordern sie damit
das
Hochzeitspaar auf, sich von den Plätzen zu erheben und sich zu küssen.
3) Das Fegen vor dem Standesamt:
Ist ein Mann bei seinem 30. Geburtstag noch
Junggeselle, muß er vor dem Standesamt Reis fegen,
bis ihn eine Jungfrau
"freiküßt". Frauen dürfen Schuhe putzen gehen.
4) Pfennige
/
Cents für die Brautschuhe:
Früher mussten sich die Bräute mit mühsam vom Lohn abgesparten
Pfennigen Ihre Brautschuhe kaufen.
Am Wert der Brautschuhe soll der Bräutigam
erkennen, ob die Braut eine fleißige und sparsame Hausfrau
ist. Bei den
heutigen Schuhpreisen sollten Sie beachten, dass die meisten Schuhgeschäfte
Ihre
Centsammlung nur im aufgerollten Zustand annehmen werden!
5) Brautschleier:
Der Schleier soll vor bösen Geistern schützen
und das nahende Ende der Jungfräulichkeit symbolisieren.
6) Myrtenstrauch:
Der Myrtenstrauch symbolisiert Liebe, Gesundheit
und Lebenskraft.
7) Brautjungfern und Brautführer:
Diese sollen ähnlich gekleidet sein wie das Brautpaar, um die bösen
Geister von diesen abzulenken.
8) Über die Schwelle tragen:
Da der Bräutigam seine Braut auch den Rest des
Lebens "auf Händen tragen" möchte und böse
Geister auch oft an der
Tür lauern, trägt er die Braut nach der Hochzeitsfeier über die Schwelle ins
Schlafgemach.
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